Teamwork and QDA

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4 Responses to “Teamwork and QDA”

  1. Lars Says:

    Interessant, danke. Wie verhalten sich die Funktionen von dedoose, qcamap und quintexA dazu? Zumindest dedoose und qcamap sollten ja prinzipiell kollaborativer sei.

  2. Lars Says:

    Interessant, danke. Wie verhalten sich die Funktionen von dedoose, qcamap und quintexA dazu? Zumindest dedoose und qcamap sollten ja prinzipiell kollaborativer sein.

  3. Markus Weber Says:

    « Irgendwie unverständlich.“ – vielleicht kann ich als Entwickler einer « kleineren » QDA-Anwendung (quintexA: http://quintexa.de ) für etwas mehr Verständnis sorgen.

    Die Grundfrage ist zunächst, was man unter Teamarbeit versteht.

    Falls in einem Projekt paralleles Arbeiten mehrerer Anwender auf unterschiedlichen Rechnern gewünscht ist, müssen einige technische Voraussetzungen geschaffen werden, die relativ aufwendig zu realisieren sind. Mit einer einfachen Installation auf dem Laptop des Hauptanwenders ist es nicht getan: Es muss ein Computer zur Verfügung stehen, der als Server dient und ununterbrochen läuft (für den Fall, dass einem der Anwender um 6 Uhr früh die Erleuchtung kommt) und der über das Internet beispielsweise per VPN erreichbar ist. Die hierfür notwendige Konfiguration überfordert viele Anwender.
    Zudem reicht ein einfaches Aufspielen einer Projektdatei auf ein Projektlaufwerk hier nicht, auf dem Server muss auch ein Serverprogramm laufen, das die Zugriffe der einzelnen Anwender verwaltet. Und da wird es leider meist teuer: Lizenzkosten für Einzelplatzdatenbanken sind für uns als Hersteller überschaubar, so dass sich Studentenlizenzen im 75€-Bereich realisieren lassen. Für Mehrplatzbetrieb müssen aber meist andere Lizenzen erworben werden oder gleich andere Datenbanken eingesetzt werden. Am Beispiel von quintexA erklärt: eine 2er Lizenz kostet uns bei jeder Installation um die 1.500 €, jeder weitere Arbeitsplatz 400 bis 700 € (je nach Anzahl der Arbeitsplätze), hinzu kommt noch der Mehraufwand bei der Entwicklung. Für einen großen Anteil der Anwender würden daraus Kosten entstehen, die ihr Budget übersteigen. Bei quintexA realisieren wir das auf Anfrage, wirklicher Bedarf bestand bisher nicht.

    Eine andere Lösung ist einfacher zu realisieren: Das Projekt oder ein Teil daraus wird exportiert, ein Analysepartner kann offline arbeiten und sein Projektbeitrag wird danach wieder in das Hauptprojekt übernommen. Bei quintexA wird das künftig durch die sogenannte Gastanalyse realisiert. Der obigen Beschreibung nach lösen NVivo und Atlas.ti das Problem ähnlich. Ein von Aufwand und Kosten her praktikabler Ansatz, aber eben nicht gleichzeitiges Arbeiten im selben Projekt.

    Eine pragmatische Version von Teamarbeit, die von der Analysesoftware unabhängig ist, stellt folgendes Vorgehen dar: Man « trifft » sich via Skype oder direkt vor dem Rechner, bespricht die Analyse und ein Moderator fügt die gesammelten Ergebnisse in das Projekt ein. Diese Vorgehensweise stellt vermutlich die gegenwärtig am häufigsten praktizierte Form der Teamarbeit dar. quintexA unterstützt dies mittels des Bereichs „Teamanalyse“.

    Ein anderer Ansatz wäre eine Web-Version: Analysieren im Browser, also mit Chrome, Firefox & Co. Das würde die oben angesprochenen Server-, Installations- und Konfigurationsprobleme lösen. Leider ist der Entwicklungsaufwand im Web derzeit ca. um den Faktor 5 höher als bei einem klassischen Programm und viele Features sind noch nicht in der gewünschten Qualität realisierbar.
    Beispiel Textverarbeitung: Google, Apple und Microsoft haben zwar inzwischen ganz passable Online-Textverarbeitungen, rücken diese aber verständlicherweise nicht raus. Daneben gibt es zwar noch zwei oder drei andere Hersteller, die ähnliche Qualität bieten und deren Produkte man lizenzieren könnte. Doch die haben ziemlich viel Aufwand in die Entwicklung gesteckt und wollen sich das verständlicherweise auch bezahlen lassen – womit wir wieder bei der nicht mehr realisierbaren 75€-Studentenlizenz wären. Andere Texteditoren, wie sie beispielsweise zum Verfassen von Blogeinträgen verwendet werden, sind zwar kostenlos, bieten aber lange nicht den nötigen Funktionsumfang.
    Nächstes Problem: Analysieren ist mit der Web-Variante nur bei bestehender Internetverbindung möglich. Also oft nicht im Zug und schon gar nicht auf einsamen Berghütten, auf die man sich zurückzieht, weil man endlich in Ruhe arbeiten will…
    Hinzukommt, dass die zu analysierenden Texte häufig der Vertraulichkeit unterliegen. Ob man die dann der « Cloud » bzw. irgendeinem Server im Internet anvertrauen will bzw. darf ist fraglich.

    Fazit: Paralleles Arbeiten im Team klingt toll, der Aufwand ist aber im Moment noch meist deutlich höher als der Nutzen.

  4. SoSciSo Says:

    Hallo Markus, vielen Dank für deine ausführlichen Erklärungen. Die pragmatische Version von Teamarbeit finden wir bei SoSciSo auch immer noch am besten, heutzutage jedoch oftmals nicht mehr praktikabel. Was ich nicht ganz nachvollziehen kann, wo du den Faktor 5 beim Vergleich von Web- und Desktopanwendungen her hast? Das sehen wir eher andersherum, also der Aufwand für eine Desktopanwendung ist wesentlich höher. Eine kurze Recherche im Netz bestätigt dieses Bild, vor allem wenn man den Aufwand für das Portieren auf die anderen Plattformen einrechnet. Diese sind bei einer Webanwendung ja nicht notwendig.

    Wir wollen mal ein kleines Beispiel aus dem Bereich der Literaturverwaltung bringen, wo Teamarbeit ganz einfach umgesetzt wurde: JabRef. Unsere Datenbank liegt in der Cloud und sobald es ne Änderung gibt, wird dies dem parallel Arbeitenden im Programm angezeigt. Fertig.

    Trotz allem, muss es ja Gründe dafür geben, weswegen Teamarbeit immer noch recht unausgegoren daher kommt. Sollten es wirklich die Lizenzen sein?

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